Zahnmedizin
Die moderne Zahnmedizin hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Hightech-Disziplin entwickelt, die für beinahe jedes Problem eine individuelle und kosmetisch ansprechende Lösung anbieten kann. Vorbei sind die Zeiten, in denen es bloß hieß: „Der Zahn ist nicht mehr zu retten, der muss raus!“ Zurück blieben Menschen mit klaffenden Zahnlücken, im schlimmsten Fall sogar zahnlosen Mündern. Auch Fehlstellungen der Zähne konnten lange Zeit nicht oder nur mit großem Aufwand behandelt werden. Viele Menschen mussten neben dem kosmetischen Makel auch alle körperlichen Folgen einer Zahnfehlstellung in Kauf nehmen.
Eine Zahnfehlstellung kann verschiedene Formen annehmen. Schwere Fälle bedürfen einer Korrektur, da sie erhebliche Folgen haben können. Dazu zählen vorzeitige Abnutzung der Zähne, Sprachprobleme, muskuläre Dysbalance mit Verspannungen, Schmerzen und Kiefergelenkschäden, erhöhtes Kariesrisiko bei zu eng stehenden Zähnen und weitere Symptome. Die Zahnkorrektur erfolgt durch den Kieferorthopäden mit Hilfe von Zahnspangen oder Zahnklammern. Diese sind entweder herausnehmbar oder werden fest installiert. Die Zahnklammern können Zug oder Druck ausüben, womit Position und Abstand der Zähne verändert werden, auch eine leichte Rotation einzelner Zähne ist möglich. Das Ziel einer Zahnkorrektur ist ein optimaler Biss und oft auch eine kosmetische Verbesserung.
Zahnverlust
Auch stark geschädigte Zähne können heute oft erhalten werden. Ist das nicht mehr möglich, wird der Zahn gezogen und es entsteht eine Lücke. Diese Wunde heilt bei guter Mundhygiene zwar in der Regel problemlos ab, dennoch sollte man langfristig über einen Ersatz nachdenken. Dafür sprechen nicht nur kosmetische Gründe. Ein fehlender Zahn kann, muss aber nicht, im betreffenden Kiefer langfristig zu einer Bewegung der angrenzenden Zähne führen, und damit zu einer Zahnfehlstellung. Dem Pendant im Ober- beziehungsweise Unterkiefer, also dem gegenüberliegenden Zahn, fehlt hingegen der Gegendruck, wenn er dauerhaft „ins Leere“ beißt, wodurch er sich lockern und aus seinem Zahnfach herausschieben kann.
Es gibt verschiedene Methoden, eine Lücke zu schließen. Teilprothesen sind künstliche Nachbildungen von Zähnen und Zahnfleischsaum. Sie liegen auf dem Kiefer auf und werden mit Halteklammern an ihrer Position gehalten. Brücken hingegen werden auf den angrenzenden Zähnen fest verankert. Dazu müssen diese stark beschliffen werden. Zahnimplantate werden an der Stelle des verlorenen Zahns in den Kieferkochen implantiert und bilden eine feste und dauerhafte Verbindung mit diesem. Zunächst wird ein stiftförmiger Träger im Knochen verankert. Nach vollständiger Abheilung wird auf diesem ein Überbau und schließlich eine Krone befestigt. Optisch sieht ein Implantat wie ein normaler Zahn aus.
Ein Implantat ist außerordentlich belastbar. Im Gegensatz zu einer Brücke werden die angrenzenden Zähne nicht beschliffen oder anderweitig beschädigt. Auch Teilprothesen stellen auf längere Sicht ein Risiko für die verbliebenen Zähne dar, weil sie äußerst gründliche Zahnpflege und Mundhygiene erfordern, um verbliebene Speisereste und damit den Nährboden für Bakterien zu entfernen. Sie können außerdem zu Druckstellen und Knochenschwund führen, da durch den Kaudruck Zahnfleisch, Mundschleimhaut und der darunterliegende Knochen auf unnatürliche Weise belastet werden. Moderne Zahnimplantate vermeiden all diese Probleme und bieten einen vollwertigen Ersatz für verlorene Zähne.